{"id":2519,"date":"2019-01-23T10:36:36","date_gmt":"2019-01-23T09:36:36","guid":{"rendered":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/information\/literatur\/chancen-und-gefahren-einer-rueckschulung-de-haendigkeit-bei-erwachsenen\/"},"modified":"2019-05-05T17:32:25","modified_gmt":"2019-05-05T15:32:25","slug":"chancen-und-gefahren-einer-rueckschulung-de-haendigkeit-bei-erwachsenen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/information\/literatur\/chancen-und-gefahren-einer-rueckschulung-de-haendigkeit-bei-erwachsenen\/","title":{"rendered":"R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Erwachsenen"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"font-size: 20pt\">Chancen und Gefahren einer R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Erwachsenen<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 18pt\"><strong>Johanna Barbara Sattler<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 16pt\"><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Vorbemerkungen<\/span><br \/>\n<\/strong><\/span>Unter R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit wird hier vornehmlich eine R\u00fcckf\u00fchrung zum Schreiben auf die urspr\u00fcnglich dominante Hand verstanden. Wie im folgenden deutlich wird, entstehen auch Umschulungsfolgen bei anderen T\u00e4tigkeiten, wenn diese sehr intensiv und unter starker intellektueller Belastung durchgef\u00fchrt werden. Gegebenenfalls ist auch in diesen F\u00e4llen eine vorsichtige R\u00fcckschulung notwendig und angebracht.<\/p>\n<p>Da in unserer Gesellschaft eigentlich nur Linksh\u00e4nder zu verschiedenen T\u00e4tigkeiten auf ihre rechte, nicht dominante Hand umgeschult wurden, befasst sich diese Arbeit haupts\u00e4chlich mit Linksh\u00e4ndern. In sehr seltenen F\u00e4llen kann es auch zur Umschulung von Rechtsh\u00e4ndern auf die linke Hand kommen. Meistens geschieht dies jedoch aus \u00e4u\u00dferen Unumg\u00e4nglichkeiten wie nach einem Unfall mit Verletzung oder L\u00e4hmung der rechten Hand und\/oder Arm oder wegen einem Schlaganfall.<\/p>\n<p>Diese Ausf\u00fchrungen beziehen sich vornehmlich auf Erwachsene und Jugendliche. Eine R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Kindern ist ein sehr komplexes, separat zu behandelndes Thema, denn Kinder stehen in einem besonders komplizierten Beziehungsgeflecht zwischen Familienmitgliedern, Freunden, P\u00e4dagogen (Erziehern, Lehrern, Hortbetreuern), eventuell auch Therapeuten. Jedes Kind hat sein ganz eigenes Erscheinungsbild mit seinen k\u00f6rperlichen und psychischen St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und aus der Gesamtheit der Gegebenheiten muss die jeweilige Entscheidung getroffen werden. Ohne kompetente fachliche Hilfe ist das oft kaum m\u00f6glich. Die zu ber\u00fccksichtigenden Fragestellungen bei so einer Entscheidung \u00fcber eine f\u00fcr ein Kind meist tiefgreifende Ma\u00dfnahme sind sowohl von medizinischer, p\u00e4dagogischer, therapeutischer als auch soziologischer Art.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich trifft diese Entscheidungsproblematik nicht nur auf Kinder zu, jedoch ist der erwachsene Mensch weit souver\u00e4ner und letztendlich f\u00fcr sein Handeln selbst verantwortlich. Er kann seine Erwartungen, Hoffnungen und W\u00fcnsche von dem Realisieren einer R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit besser reflektieren und kennt meist seinen eigenen K\u00f6rper und seine Psyche besser als ein Kind.<\/p>\n<p>W\u00fcnschenswert ist nat\u00fcrlich auch, dass heranwachsende und erwachsene umgeschulte Linksh\u00e4nder sich Rat und Hilfe bei Fachleuten holen, bevor sie so einen, oft einschneidenden Schritt, wie es die R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit ist, unternehmen. Da aber noch nicht ausreichend gesicherte, allgemeing\u00fcltige Erfahrungen zusammengestellt und ausgewertet wurden, und es wenige kompetente Fachleute auf diesem Gebiet gibt, hat man manchmal keine andere L\u00f6sung, als eine R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit vorsichtig allein auszuprobieren. Dabei sollte sich der umgeschulte Linksh\u00e4nder aber immer bewusst sein, dass er ist dem eigenen Gehirn experimentiert und sichere Voraussagen \u00fcber Erfolg oder Misserfolg bis heute nicht zu machen sind. Die weiteren Ausf\u00fchrungen sind ein Versuch, Hilfestellungen zu leisten.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Basis und Herleitung der aufgef\u00fchrten \u00dcberlegungen<\/span><br \/>\n<\/strong>Seit Entstehung der Beratungs- und Informationsstelle f\u00fcr Linksh\u00e4nder und umgeschulte Linksh\u00e4nder (1985) in M\u00fcnchen werden auch R\u00fcckschulungen beobachtet und die Ergebnisse gesammelt. Darunter sind bereits \u00fcber zw\u00f6lfj\u00e4hrige Longitudinalbeobachtungen und Untersuchungen von umgeschulten Linksh\u00e4ndern, die sich zur\u00fcckgeschult haben. Mehrere hundert R\u00fcckschulungen wurden analysiert und in einer Forschungsstudie werden die Daten von r\u00fcckgeschulten linksh\u00e4ndigen Kindern und Erwachsenen gesammelt. Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit Erfahrungen verschiedener Fachleute \u00fcber die R\u00fcckschulung von betreuten umgeschulten Linksh\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Inzwischen kam es aber zu Initiativen durch engagierte Laien, die ihre pers\u00f6nlichen Erfahrungen mit der eigenen R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit auf alle anderen umgeschulten Linksh\u00e4nder \u00fcbertragen und anzuwenden versuchen. Diese Initiativen sind gut gemeint und m\u00f6chten in einem Bereich helfen, in dem unser Gesundheitssystem (\u00c4rzte, medizinische Therapeuten, Psychologen) und unsere p\u00e4dagogischen Einrichtungen (Erzieher, Lehrer) bisher wenig bis gar keine Hilfestellungen anbieten. Die Gefahr solcher Initiativen liegt aber in dem meist unzureichenden medizinischen und therapeutischen Wissen der Agierenden und dem undifferenzierten \u00dcbertragen eigener Erfahrungen auf eine gro\u00dfe, sehr heterogene Menschengruppe.<\/p>\n<p>Im letzten Jahrhundert und auch noch Anfang diesen Jahrhunderts gab es F\u00e4lle, in denen sich \u00c4rzte selbst mit Krankheitserregern infizierten, um Symptome und Verlauf der Krankheit zu beobachten und durch die eigene Erfahrung besser diagnostisch beurteilen zu k\u00f6nnen. Selbstverst\u00e4ndlich wurden so f\u00fcr die Medizin wichtige Ergebnisse erzielt. Aber, um wertvolle wissenschaftliche Schl\u00fcsse aus der Selbstbetroffenheit ziehen zu k\u00f6nnen, bedarf es einer immensen wissenschaftlichen Reife und Distanziertheit zum eigenen Erleben. Die Introspektion als wissenschaftliche Methode hat ihre T\u00fccken, mit denen meist nur ausgebildete Fachleute umgehen k\u00f6nnen. Ansonsten werden eigene Erfahrungen und wesentliche Erkenntnisse bez\u00fcglich der untersuchten und durchlebten Probleme nicht wirklich herausgefiltert, sondern es besteht leicht die Gefahr, pauschal zu verallgemeinern. Es ist bekannt, dass aus Gr\u00fcnden des unzureichenden Abstandes viele \u00c4rzte bei eigenen Beschwerden sicherheitshalber Kollegen konsultieren und es wird vor einer Selbstdiagnose und -behandlung gewarnt.<\/p>\n<p>Wenn heute Nichtfachleute, haupts\u00e4chlich auf Basis der als positiv empfundenen Erfahrungen mit der R\u00fcckschulung ihrer eigenen H\u00e4ndigkeit andere Menschen zur R\u00fcckschulung anregen, so bestehen hier gro\u00dfe Gefahren. Denn bei keinem Menschen sind die Reaktionen gleich, jeder ist ein absolutes Individuum mit einem eigenen Lebenslauf, Beziehungen, Erfahrungen und Dispositionen zu Krankheiten. Jeder steht in einer pers\u00f6nlichen Lebenssituation, die an ihn spezielle Anforderungen stellt und auf die er individuell reagiert. Diese unterschiedlichen Reaktionen auf eine R\u00fcckschulung werden von Menschen, die nur oder vornehmlich meist auf ihre eigenen Erfahrungen zur\u00fcckgreifen, oft falsch interpretiert und es kann so oft zu einseitigen Beurteilungen kommen und zu verallgemeinernden, manchmal fast fanatisch vertretenen Einstellungen.<\/p>\n<p>Die Forschung z.B. \u00fcber Entwicklungen von Heimkindern hat festgestellt, dass es bei praktisch gleichen \u00e4u\u00dferen Lebensbedingungen zu sehr gro\u00dfen individuell unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann: Auf der einen Seite der unendlichen Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der Kinder werden Erwachsene mit gebrochenen Pers\u00f6nlichkeiten daraus, die am Rande der Gesellschaft leben und auf der anderen Seite psychisch v\u00f6llig stabile Menschen. Hier ist nicht Intelligenz der ma\u00dfgebliche Faktor (2).<\/p>\n<p>Auch bei unserem bisherigen Wissen aufgrund von gesammelten Daten \u00fcber Erfolge oder Misserfolge der R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit kristallisiert sich eindeutig heraus, dass jeder Mensch anders reagiert und der Erfolg bei einem Menschen sich nicht ohne weiteres auf andere Menschen \u00fcbertragen l\u00e4sst. Man muss sehr differenziert jede R\u00fcckschulung beobachten und beurteilen.<\/p>\n<p>Es kann z.B. nicht angehen, dass jemand, der von seiner eigenen gelungenen R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit spricht, sich zwar zum Schreiben auf die linke Hand zur\u00fcckgeschult hat, aber dann haupts\u00e4chlich nur noch am Computer arbeitet, also beidh\u00e4ndig und sich handschriftlich kaum noch \u00e4u\u00dfert. Wenn dieser Mensch in der angeblich gelungenen R\u00fcckschulungsphase und danach unter geringen intellektuellen Anforderungen steht, also wenig auf diesem Gebiet gefordert ist, d\u00fcrfen seine Erfahrungen nicht als eine allgemein g\u00fcltige Reaktionsweise genommen und auf andere un\u00fcberlegt bzw. pauschal \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>Wenn diese Einzelerfahrungen dann anderen Menschen empfohlen werden, die viel handschriftlich und unter intellektueller Anspannung und beruflichem Stress schreiben m\u00fcssen, so kann man das als einen unmissverst\u00e4ndlichen Angriff auf deren Gesundheit bezeichnen.<\/p>\n<p>Leider muss festgestellt werden, dass es sich bei einer solch fahrl\u00e4ssigen Handlungsweise schon fast um Betrug handelt und dass hier sehr leichtfertig mit dem Schicksal anderer Menschen umgegangen wird.<\/p>\n<p>Vor einem solchen Handeln, auch wenn es noch so \u00fcberzeugend klingt, m\u00f6chten wir uns absolut distanzieren, vor ihm hilfesuchende Betroffene warnen und ausdr\u00fccklich darauf hinweisen, dass wir solche Initiativen nicht unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Definition der R\u00fcckschulung einer H\u00e4ndigkeit<br \/>\n<\/span><\/strong>R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bedeutet, dass man bestimmte T\u00e4tigkeiten, die von der nicht dominanten Hand alleine ausgef\u00fchrt werden oder bei denen die nicht dominante Hand bisher die F\u00fchrung hatte, auf die dominante Hand zur\u00fcckschult.<\/p>\n<p>Dabei sind besonders zu ber\u00fccksichtigen<\/p>\n<ul>\n<li>die Art der T\u00e4tigkeit<\/li>\n<li>eine gleichzeitige Verbindung mit anderen T\u00e4tigkeiten<\/li>\n<li>die Umst\u00e4nde, unter denen die T\u00e4tigkeit durchgef\u00fchrt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>T\u00e4tigkeiten k\u00f6nnen relativ einfach und als Bewegungsabl\u00e4ufe fest einge\u00fcbt und au-tomatisiert sein. Zum Beispiel schneiden viele Linksh\u00e4nder mit der rechten Hand, ohne dass daraus schon die gef\u00fcrchteten Umschulungsfolgen der H\u00e4ndigkeit entst\u00fcnden (3) .<\/p>\n<p>Steht aber eine T\u00e4tigkeit, wie z.B. das Schreiben mit vielen anderen gleichzeitig durchgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten des Menschen in Verbindung, so kommt es bei vielen Betroffenen zu St\u00f6rungen, die sich oft in bleibende Umschulungsfolgen umsetzen.<\/p>\n<p>Schreiben ist ein h\u00f6chst komplexer Vorgang. Es ist nicht nur die Hand, die die nach au\u00dfen sichtbaren Buchstaben und Worte formt, sondern im Gehirn laufen gleichzeitig verschiedenste, direkt mit dem Schreibvorgang verbundene Vorg\u00e4nge ab:<\/p>\n<ol>\n<li>\u00dcberlegungen \u00fcber Orthographie, Grammatik und Interpunktion.<\/li>\n<li>Inhaltliche \u00dcberlegungen. Meist steht nicht nur die m\u00f6glichst klare Formulierung des Gedanken im Vordergrund, sondern oft (in Schule, Ausbildung und Beruf) auch das z\u00fcgige Abrufen von gelerntem Stoff, Wissen und daraus sich ergebende Schlussfolgerungen. H\u00e4ufig tauchen auch Assoziationen auf, die Gedankeng\u00e4nge st\u00f6ren und \u00fcberdecken k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Emotionale Beteiligung. Ob wir wollen oder nicht, sind wir beim Schreiben mehr oder weniger immer gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig beteiligt. Wir k\u00f6nnen motiviert sein, wir k\u00f6nnen unter Berufsstress stehen, wir k\u00f6nnen uns aber auch ganz einfach pl\u00f6tzlich an Situationen erinnern, die mit dem Inhalt in direkter oder indirekter Verbindung stehen und die unser Denken so stark besch\u00e4ftigen, dass wir v\u00f6llig aus dem Konzept kommen. Im Extremfall sind das Erlebnisse oder \u00c4ngste, die emotional noch nicht verarbeitet und daher besonders belastend sind.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Diese Faktoren wirken in unterschiedlicher Auspr\u00e4gung w\u00e4hrend des Schreibens und belasten das Gehirn auf besonders mannigfaltige Weise.<\/p>\n<p>Dabei spielen auch die Umst\u00e4nde, unter welchen die T\u00e4tigkeit mit der Hand durchgef\u00fchrt wird, eine besonders wichtige Rolle. Muss jemand h\u00e4ufig unter Stress und mit hohen intellektuellen Anforderungen an das Ergebnis schreiben, so werden meist weit massivere Umschulungsfolgen auftreten, als wenn jemand ohne gro\u00dfe Anstrengung sich regelm\u00e4\u00dfig einige Notizen macht. Diese trifft interessanterweise auch auf andere feinmotorisch anspruchsvolle Handlungen zu. In den folgenden Fallbeispielen geht es zun\u00e4chst darum, zu zeigen, dass auch andere T\u00e4tigkeiten, die mit der nicht dominanten Hand durchgef\u00fchrt werden, beziehungsweise bei denen die nicht dominante Hand die F\u00fchrung \u00fcbernimmt, Umschulungsfolgen der H\u00e4ndigkeit verursachen k\u00f6nnen. In diesem Zusammenhang sind Fallbeispiele und die Folgerungen daraus von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit bei der Entscheidung f\u00fcr eine R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit und der Frage, welche T\u00e4tigkeiten alle auf die dominante Hand zur\u00fcckgeschult werden sollten.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong>Fallbeispiel: Schlagzeug falsch herum gespielt<br \/>\n<\/strong><\/span>Die Geschichte der linksh\u00e4ndigen Corinna H. zeigt sehr \u00fcberzeugend, wie belastend f\u00fcr sie das Schlagzeugspielen mit der nicht dominanten rechten F\u00fchrungshand an der Musikhochschule geworden ist. Sie schreibt seit Kindheit immer links und hatte im Alter von etwa 14 Jahren mit dem Schlagzeugspielen in der st\u00e4dtischen Musikschule begonnen. Die rechte Hand wurde als F\u00fchrungshand eingesetzt. Nach dem Abitur begann sie eine Ausbildung als Schlagzeugspielerin und \u00fcbte weit mehr und intensiver als je zuvor. Und nun kam es bei ihr sehr schnell zu einem psychischen und physischen Zusammenbruch, f\u00fcr den die Fachleute zun\u00e4chst keine Erkl\u00e4rung hatten. Das ging so weit, dass sie richtiggehend erkrankte und auch allen Lebensmut verlor und keinen Sinn mehr in ihrem Leben sah. Allm\u00e4hlich wurde aber deutlich, dass die so ungewohnt starke und zeitlich ausgedehnte Belastung der nicht dominanten Hand bei gleichzeitigen intellektuellen Leistungsanforderungen (Notenlesen, Kompositions- und Variationsinterpretationen und vor allem das Zusammenspiel mit anderen) bei dem praktischen Spielen und \u00dcben des Schlagzeugs, verbunden mit den intellektuellen Anforderungen des allgemeinen Studiums zu diesem Zusammenbruch gef\u00fchrt haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Corinna H. schulte sich dann m\u00fchsam zur\u00fcck und machte ihre linke Hand zur F\u00fchrungshand beim Schlagzeugspielen.<\/p>\n<p>Nach zwei bis drei Jahren hat sie ihr vorheriges Leistungsniveau wieder erlangt. Psychisch und physisch hat sie sich relativ schnell erholt.<\/p>\n<p>Fazit: Hier zeigt sich sehr eindeutig, wie unter bestimmten Umst\u00e4nden auch andere T\u00e4tigkeiten als nur das Schreiben zu Umschulungsfolgen der H\u00e4ndigkeit f\u00fchren k\u00f6nnen, wenn sie zeitlich sehr intensiv und in der Ausf\u00fchrung anspruchsvoll praktiziert werden. Falls bei so einem Menschen dazu noch leichte zerebrale Irritationen kommen, die zwar wegen dem richtigen Handgebrauch in der Schule nicht auffielen und nicht zur Belastung wurden, kann so eine &#8222;Umschulung&#8220; noch negativ verst\u00e4rkt werden. M\u00f6glicherweise werden dann im Gehirn Strukturen, die sich von den leichten zerebralen Irritationen schon lange regeneriert haben, aber als empfindliche Stelle noch vorhanden sind, pl\u00f6tzlich wieder negativ aktiv und belasten &#8211; vergleichbar mit einer wieder aufgebrochenen alten Wunde &#8211; den Betroffenen v\u00f6llig unerwartet. Vornehmlich betrifft das wohl Gehirnablaufsprozesse.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel daf\u00fcr, dass nicht nur das Schreiben mit der nicht dominanten Hand zu Umschulungsfolgen f\u00fchrt, kommt aus dem Berufsfeld des Zahntechnikers. Bei diesem Beruf sind bei bestimmten Materialien verschiedene Abl\u00e4ufe richtunggebunden:<\/p>\n<p>1) Die Drehrichtung der Bohr- und Schleifmaschine ist so angelegt, dass sich bei rechtsh\u00e4ndigem Gebrauch der Schleifkolben vom Techniker wegdreht. Wird das Ger\u00e4t nun in der linken Hand gehalten, dreht sich der Kolben auf den Arbeitenden zu und die abgeschliffenen Teilchen und der Staub wirbeln ihm entgegen.<br \/>\n2) Bestimmte Materialien f\u00fcr Prothesen und Modelle haben eine Faserrichtung, die so verl\u00e4uft, dass man bei rechtsh\u00e4ndigem Gebrauch nicht gegen die Fasern arbeitet. Bei linksh\u00e4ndigem Gebrauch geschieht aber gerade das.<\/p>\n<p><strong>Fallbericht: Die Katastrophe bei der Ausbildung zum Zahntechniker<\/strong><\/p>\n<p>Der linksh\u00e4ndige Herr M. (er war nicht umgeschult zum Schreiben) begann nach seiner Schulausbildung eine Zahntechnikerlehre. Sein Chef bot ihm sofort an, Bohrer und Schleifger\u00e4te speziell f\u00fcr ihn &#8222;umgekehrt herum&#8220; zu beschaffen, so dass er als Linksh\u00e4nder problemlos arbeiten k\u00f6nnte. Aber Herr M. sch\u00e4mte sich f\u00fcr so viel Aufmerksamkeit, wollte keine Umst\u00e4nde machen und lehnte ab. Er begann mit der v\u00f6llig unge\u00fcbten rechten Hand zu arbeiten, was ihm ziemliche Schwierigkeiten bereitete. Er aber biss die eigenen Z\u00e4hne zusammen und fing sogar an, um seine rechte Hand besser zu \u00fcben, rechts zu schreiben. Er lebte noch bei seinen Eltern und der Mutter fiel auf, wie sich seine Pers\u00f6nlichkeit allm\u00e4hlich ver\u00e4nderte. Er wurde immer eigenartiger, f\u00fchlte sich zunehmend verfolgt, begann religi\u00f6se Wahnvorstellungen zu entwickeln und misstraute den ihm an sich n\u00e4chsten Menschen immer mehr. Schlie\u00dflich musste er zu einem Psychiater und bekam Medikamente. Seine Leistungen in der Ausbildung verschlechterten sich und die Mutter beobachtete, dass er immer fahriger, abwesender und unkonzentrierter wurde.<\/p>\n<p>Eines Tages hatte er eine Reifenpanne auf der Autobahn und war beim Reifenwechsel etwas unvorsichtig, vielleicht auch so fahrig und ungeschickt wie zunehmend immer mehr, dass ihn ein Auto erfasste und ihm die F\u00fc\u00dfe abtrennte. Sein Gl\u00fcck war, dass er schnell ins Krankenhaus kam und gerettet wurde.<\/p>\n<p>Die verzweifelten Eltern besuchten ihn dort und stellten \u00fcberrascht fest, dass die Wahnfantasien verschwunden waren.<\/p>\n<p>Fazit: Offensichtlich hat die \u00dcberbelastung der nicht dominanten rechten Hand bei der \u00fcberwiegend feinmotorisch und auf gr\u00f6\u00dfte Genauigkeit bei der kleinteiligen Bearbeitung von Zahnersatzteilen ausgerichteten Berufsausbildung zu massiven ungewollten Belastungen im Gehirn von Herrn M. gef\u00fchrt und so Folgen wie bei einer Umschulung der H\u00e4ndigkeit zum Schreiben hervorgerufen, die er durch seine rechtsh\u00e4ndigen Schreib\u00fcbungen noch verst\u00e4rkt hat. Das Auftreten von Wahnvorstellungen aus dem psychotischen Bereich ist nicht als prim\u00e4re sondern als sekund\u00e4re Folge dieser Umschulung der H\u00e4ndigkeit zu interpretieren. Vermutlich lag eine Disposition dazu in der Familie vor. Es ist bekannt, dass psychotische Erscheinungen durch einen Schock beeinflussbar sein k\u00f6nnen (was man sich fr\u00fcher durch die in der Psychiatrie angewandten Elektroschocks zu Nutzen zu machen versuchte, um diese &#8211; heilende &#8211; Wirkung zu erzielen). In dem genannten Fall k\u00f6nnte der furchtbare Unfall auf der Autobahn so einen Schock verursacht haben, der die Psychose abgebaut hat.<\/p>\n<p><strong>Fallbericht: Auf Rechtsh\u00e4nder normierte Briefeinsortierung bei Postbeamten<\/strong><\/p>\n<p>Frau F. wendete sich verzweifelt an die Beratungsstelle f\u00fcr Linksh\u00e4nder in M\u00fcnchen. Sie war Postbeamtin und durch Mobbing am Arbeitsplatz von B\u00fcrot\u00e4tigkeit in die Brieftr\u00e4gerabteilung versetzt worden. Sie war Linksh\u00e4nderin und schrieb auch links.<\/p>\n<p>Auf das Sortieren der Briefe reagierte Frau F. mit zuvor nicht gekannten Konzentrationsausf\u00e4llen und massiven Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nden. Nur nebenbei beschwerte sie sich dar\u00fcber, dass sie sich ziemlich oft an dem f\u00fcr rechtsh\u00e4ndigen Gebrauch ausgerichteten Wagen, in dem sie die Postsendungen ausfuhr, die Finger einklemmte und quetschte. Schwierigkeiten bereiteten ihr das Sortieren der Post, die sie dann auszutragen hatte und die Auslese von Sendungen, die sie anderen Mitarbeitern ins Fach legen musste. Die Arbeit des Brieftr\u00e4gers beginnt fr\u00fch morgens, wenn er die vorsortierte Post f\u00fcr seinen Bezirk bekommt und nach Stra\u00dfen und Hausnummern getrennt in beschriftete schmale F\u00e4cher ablegen muss. Der Rechtsh\u00e4nder h\u00e4lt dann normalerweise links einen Stapel Post, ergreift mit der rechten Hand den Brief, liest die Adresse und sortiert den Brief in das jeweilige Fach. Dabei ist wichtig, dass die Adressenausrichtung im Fach richtig ist, so dass die Adresse nicht auf dem Kopf steht oder nicht alle Briefe in die gleiche Richtung einsortiert sind. Dann gibt es noch Sendungen, die in F\u00e4cher f\u00fcr andere Mitarbeiter gelegt werden m\u00fcssen. Alles muss sehr schnell gehen, denn durch Langsamkeit verursachte l\u00e4ngere Arbeitszeit wird nicht in \u00dcberstunden ausgeglichen. Wenn wenig Post ist, hat der Brieftr\u00e4ger fr\u00fcher Feierabend, wenn viel Post da ist, eben sp\u00e4ter. Ein langsames Sortieren verursacht immer eine l\u00e4ngere Arbeitszeit, die dann Sache des einzelnen Brieftr\u00e4gers ist, sich aber auch auf andere Mitarbeiter negativ auswirken kann.<\/p>\n<p>Frau F. wurde das Briefsortieren auf die f\u00fcr Rechtsh\u00e4nder typische Art gezeigt. Das f\u00fchrte dazu, dass sie mit der unge\u00fcbten rechten Hand alle Post in die F\u00e4cher sortieren musste. Sie nahm den einzelnen Brief also in die rechte Hand, las die Adresse und legte ihn in das entsprechende Fach. Die ganze Sache lief unter gro\u00dfem Stress und Druck f\u00fcr sie ab. Die rechte Hand wurde f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit herangezogen in Verbindung mit dem Lesen der Adresse, die Frau F. nicht gewohnt war und sie stand bald am Rande ihrer physischen und psychischen Leistungsf\u00e4higkeit. Da man aber versuchte, sie als Beamtin zur K\u00fcndigung zu bewegen, nahm sie alle Kr\u00e4fte zusammen und versuchte \u00e4u\u00dferst korrekt ihre Aufgaben zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Wir holten uns Informationen von einer Linksh\u00e4nderin, die im M\u00fcnchner Bereich Briefe austrug. Der Arbeitsplatz zum Sortieren der Briefe war bei ihr ebenso angeordnet wie bei Frau F. Aber sie hatte ihren eigenen Weg gefunden, linksh\u00e4ndig und schnell ihre Briefe zu sortieren. Sie setzte sich \u00fcber die vorgegebene Richtung, wie die Briefe in die F\u00e4cher gelegt werden sollten, hinweg, nahm den Briefpacken in die rechte Hand und legte mit links einfach die Briefe ab. Jetzt standen die Briefe zwar umgekehrt in den F\u00e4chern, aber sie nahm sie so wieder heraus, dass sie in der richtigen Reihenfolge ihrer Stra\u00dfe in der Tasche zu liegen kamen. Einzig mit den f\u00fcr andere abzulegenden Briefen kam es manchmal zu Irritationen, denn sie legte sie auch umgekehrt ab und die Mitarbeiter schimpften in freundlichem Ton \u00fcber die Linksh\u00e4nderin, die den gewohnten Arbeitsablauf etwas st\u00f6rte. Aber niemand machte daraus ein Drama.<\/p>\n<p><strong>Fazit: <\/strong>Die linksh\u00e4ndige Frau F. hat \u00fcberkorrekt versucht, sich an f\u00fcr Rechtsh\u00e4nder orientierte Abl\u00e4ufe anzupassen. Der Zeitdruck und die Tatsache, dass es nicht nur ums Einsortieren sondern auch um den Vorgang des Lesens der Adressen ging, f\u00fchrten wohl zu ersten Manifestationen einer Umschulung der H\u00e4ndigkeit. H\u00e4tte sie von Anfang an ihrer H\u00e4ndigkeit entsprechend die Abl\u00e4ufe des Einsortierens vorgenommen und so den Handlungsablauf automatisiert, w\u00e4re es sicher nicht zu solchen Schwierigkeiten gekommen. Aber sie wollte \u00fcbergenau sein und hat die Gefahren weder gekannt noch einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Umschulungsfolgen der H\u00e4ndigkeit sind also nicht nur beim Schreiben mit der nicht dominanten Hand zu erwarten, sondern auch bei anderen T\u00e4tigkeiten, die vor allem unter Stress, Leistungsdruck und mit feinmotorischen Anforderungen auf einem hohen Niveau durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Wenn es dann noch zum gleichzeitigen Verarbeiten von Schriftzeichen oder auch Noten kommt, die ja auch oft noch mit Text verbunden sind, wird die Wahrscheinlichkeit einer \u00dcberbelastung des Gehirns und die Gefahr von Umschulungsfolgen umso gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Die vorausgehenden \u00dcberlegungen und Fallbeispiele sind sehr wichtig, um sich Klarheit \u00fcber die Frage zu verschaffen, welche T\u00e4tigkeiten bei umgeschulter Linksh\u00e4ndigkeit notwendig sind zur\u00fcckzuschulen und welche T\u00e4tigkeiten ohne Gefahr von negativen Konsequenzen weiter mit der nicht dominanten Hand ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen oder sogar m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Welche T\u00e4tigkeiten eignen sich f\u00fcr eine R\u00fcckschulung auf die dominante Hand?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Funktion automatisierter Handlungsabl\u00e4ufe<\/strong><\/p>\n<p>Im Laufe unseres Lebens lernen wir viele Handlungsabl\u00e4ufe und speichern sie als Automatismen ab. So lernen wir greifen, laufen, h\u00fcpfen, wir verrichten die Hausarbeit nach bestimmten, \u00e4hnlichen bis fast gleichen Mustern und auch im Beruf vollziehen wir viele T\u00e4tigkeiten, ohne genauer auf die einzelnen Abl\u00e4ufe zu achten. Sie verlaufen automatisch und wir sind dadurch f\u00e4hig, gleichzeitig andere Dinge zu verrichten, ohne dass dabei die einge\u00fcbten Abl\u00e4ufe nennenswert gest\u00f6rt w\u00fcrden. Man denke an den Abwasch zu Hause, an das Abtrocknen und Wegr\u00e4umen des Geschirrs, das sind normalerweise so automatisiert ablaufende T\u00e4tigkeiten, dass man nebenher \u00fcber ganz andere Themen sprechen, Pl\u00e4ne schmieden und \u00c4hnliches machen kann. Auch w\u00e4hrend dem Essen, dem Treppensteigen, dem Spazierengehen, m\u00fcssen wir nicht dauernd \u00fcber jede Bewegung, jedes Heben und Verschieben eines K\u00f6rperteils nachdenken, sondern alles verl\u00e4uft wie von selbst.<\/p>\n<p>Diese automatischen Handlungsabl\u00e4ufe sind vernetzt in unserem Gehirn, \u00e4hnlich wie in einem Computer abgespeichert und wir brauchen \u00fcber sie nicht jedesmal neu nachzudenken und sie neu in Bewegungen umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Automatisierte Handlungen mit der nicht dominanten Hand<\/strong><\/p>\n<p>Manche linksh\u00e4ndige Menschen f\u00fchren bestimmte Bewegungen aus verschiedenen Gr\u00fcnden mit der nicht dominanten Hand aus. Ursachen k\u00f6nnen sein: Umschulung der H\u00e4ndigkeit durch die Umwelt oder durch Modell- und Nachahmungsverhalten gegen\u00fcber einer rechtsh\u00e4ndigen Umgebung oder auch Defizite der Feinmotorik oder Koordination gerade in der linken eigentlich dominanten Hand.<\/p>\n<p>So wurde zum Beispiel fr\u00fcher vielen linksh\u00e4ndigen Kindern beigebracht, mit der rechten Hand zu essen, die Gabel, den L\u00f6ffel, das Messer zu halten, weil das &#8222;richtig&#8220; oder &#8222;normal&#8220; sei und weil es sich &#8222;so geh\u00f6re&#8220;.<\/p>\n<p>Viele Linksh\u00e4nder benutzen auch die rechte Hand zum Schneiden, da sie herausgefunden haben, dass auf rechtsh\u00e4ndigen Gebrauch ausgelegte Scheren besser in der rechten Hand funktionieren. Dies trifft besonders auf Kinderscheren zu, die noch nicht so scharf geschliffen sind und bei denen durch falsche Druckverh\u00e4ltnisse das Papier sehr leicht durchrutscht. In der rechten Hand schneiden diese Scheren besser und so \u00fcben viele linksh\u00e4ndige Kinder von Anfang an das Schneiden mit der nicht dominanten rechten Hand ein und es automatisiert sich als Bewegungsablauf.<\/p>\n<p>Auch im Sport bem\u00fchen sich manche Linksh\u00e4nder redlich, mit rechts zu werfen, den Ballaufschlag im Volleyball mit rechts auszuf\u00fchren oder den Golfschl\u00e4ger wie ein Rechtsh\u00e4nder zu benutzen. Auch diese Handlungsabl\u00e4ufe werden dadurch fest einge\u00fcbt und verlaufen mehr oder weniger automatisch und man kann sie nicht einfach umkehren. Erschwerend kommt hinzu, dass oft unbemerkt damit andere wichtige Abl\u00e4ufe einhergehen, die gleicherma\u00dfen umgestellt werden m\u00fcssten und deren man sich noch viel weniger bewusst ist, geschweige denn, dass man sie gleichzeitig auch noch kontrollieren und leicht neu erlernen kann.<\/p>\n<p><strong>Der relativ komplizierte Ablauf des Schneidens mit der Schere<\/strong><\/p>\n<p>Besonders typisch in Bezug auf mehrere gleichzeitig automatisierte Abl\u00e4ufe ist der Gebrauch der Schere: Linksh\u00e4nder, die mit einer Rechtsh\u00e4nderschere in der linken Hand zu schneiden gewohnt sind, erkl\u00e4ren oft, dass sie mit einer Linksh\u00e4nderschere nicht zurechtk\u00e4men. Sie beachten dabei nicht, dass auch das Auge beim Schneiden eine wichtige Funktion erf\u00fcllt und man automatisch auf eine bestimmte Seite der Schneidebl\u00e4tter schaut, um die Schnittlinie zu sehen. Benutzt man nun eine Linksh\u00e4nderschere in der linken Hand, m\u00fcsste von der anderen Seite der Schneidbl\u00e4tter auf die Schnittlinie geschaut werden. Das ist dem Linksh\u00e4nder meist aber nicht bewusst und selbst wenn er es wei\u00df, m\u00fcsste er eine gewisse Zeitspanne beim Schneiden immer daran denken und bewusst auf die andere, nicht gewohnte Seite schauen. Sobald das aber vergessen wird, beobachtet man automatisch wieder die alte, einge\u00fcbte Seite und schneidet daneben.<\/p>\n<p>Darauf, dass auch das abgeschnittene Papier ganz anders als gewohnt entlang der Schneidebl\u00e4tter gef\u00fchrt wird, wurde hier noch gar nicht eingegangen (4).<\/p>\n<p>Noch skurriler kann das Schneiden von Suppenfleisch ablaufen: So lange das Fleisch hei\u00df ist und eine Gabel zum Halten des Fleisches benutzt wird, h\u00e4lt manch &#8222;ordentlich erzogener&#8220; Linksh\u00e4nder die Gabel 1) links und das Messer rechts, ist das Fleisch aber abgek\u00fchlt, wechselt das Messer pl\u00f6tzlich in die linke Hand und die rechte Hand h\u00e4lt das Fleisch fest. Interessanterweise handelt es sich hier oft um zwei verschiedene, fest automatisierte Abl\u00e4ufe bei ein und demselben Linksh\u00e4nder. Eine bewusste \u00c4nderung der jeweils schneidenden Hand k\u00f6nnte eine gro\u00dfe Verletzungsgefahr in sich bergen bzw. zumindest eine weit h\u00f6here Aufmerksamkeit erfordern.<\/p>\n<p><strong>Res\u00fcmee<\/strong><\/p>\n<p>Macht es Sinn, m\u00f6glichst viele bis ausschlie\u00dflich alle tagt\u00e4glichen T\u00e4tigkeiten mit der dominanten Hand durchzuf\u00fchren? Das hei\u00dft, soll man hier alles bewu\u00dft zur\u00fcckschulen?<\/p>\n<p>Das Aufbrechen von fest einge\u00fcbten Automatismen kann, der Erfahrung nach, verschiedene negative Folgen hervorrufen. Das bedeutet, eine \u00c4nderung dieser Handlungsabl\u00e4ufe ist nicht nur anstrengend, sondern manchmal auch gef\u00e4hrlich und es stellt sich die Frage, warum man eine auf die &#8222;falsche&#8220; (die nicht dominante) Hand einge\u00fcbte T\u00e4tigkeiten unbedingt \u00e4ndern soll, wenn kein wirklicher Grund dazu gegeben zu sein scheint?<\/p>\n<p>Automatisierte T\u00e4tigkeiten, die von der nicht dominanten Hand f\u00fchrend ausgef\u00fchrt werden und die auf der einen Seite nicht sonderlich im Mittelpunkt unseres tagt\u00e4glichen Handelns stehen und andererseits nicht in ein komplexes Handlungsgeschehen mit gleichzeitigen intellektuellen Belastungen einbezogen sind und uns dadurch sehr belasten, sollten im Normalfall lieber wie gewohnt beibehalten werden.<\/p>\n<p>Eine \u00c4nderung von einge\u00fcbten Automatismen sollte aber dann in Erw\u00e4gung gezogen werden, wenn diese Handlungsabl\u00e4ufe mit derartigen anderen T\u00e4tigkeiten in Verbindung stehen, dass es zu einer starken \u00dcberbelastung mit ausgesprochen negativen Folgen kommt, wie es oft beim Schreiben geschieht. \u00c4hnliches traf auch auf das oben beschriebene Fallbeispiel zu (&#8222;Schlagzeug falsch herum gespielt&#8220;). Hier bewirken gleichzeitig durchgef\u00fchrte intellektuelle T\u00e4tigkeiten, dass es durch die Benutzung der nicht dominanten Hand als F\u00fchrungshand zu einer massiven \u00dcberbelastung im Gehirn kam.<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit ist also vornehmlich f\u00fcr solche Handlungen in Erw\u00e4gung zu ziehen, die besonders stark den K\u00f6rper und das Gehirn beanspruchen. Hier sind auch die gr\u00f6\u00dften Entlastungen im Gehirn zu erwarten, aber gleichzeitig auch die gr\u00f6\u00dften Gefahren, dass es zur unerw\u00fcnschten Destabilisierung kommt.<\/p>\n<p>Ein Beispiel als Analogie: Schlecht zusammengewachsene Knochen nach einer Fraktur k\u00f6nnen durch einen erneuten Bruch und eine erneute Einschienung durch den Chirurgen sowohl ein erfolgreiches Zusammenwachsen bewirken, als auch ein noch schlimmeres Ergebnis als zuvor. Vielleicht entwickelt sich sogar ein Sudeck-Syndrom und somit ein ganz neues Krankheitsbild. \u00c4hnliche Ergebnisse k\u00f6nnen auch einer R\u00fcckschulung auf die dominante Hand folgen, die ein erneuter Eingriff in das menschliche Gehirn bedeutet und von der wir nicht sicher ein besseres Allgemeinbefinden voraussagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hier ist gr\u00f6\u00dfte Vorsicht geboten und es sollte gen\u00fcgend Zeit vorhanden sein, um die neuen Handlungsabl\u00e4ufe, mit allen dazu geh\u00f6renden anderen Automatismen und m\u00f6glichen gleichzeitig verlaufenden intellektuellen Belastungen gewissenhaft einzu\u00fcben.<\/p>\n<p>Ganz anders verh\u00e4lt es sich mit neuen T\u00e4tigkeitsabl\u00e4ufen. Hier kann es sehr hilfreich sein, als F\u00fchrungshand die dominante Hand von Anfang an einzusetzen, auch wenn der betreffende Mensch ansonsten mehr oder weniger konsequent auf rechts umgeschult wurde.<\/p>\n<p>Bestimmte T\u00e4tigkeiten von der nicht dominanten auf die dominante Hand umzustellen kann allerdings bei dem einen oder anderen umgeschulten Linksh\u00e4nder als gezielte Vorbereitung zu einer R\u00fcckschulung der Schreibhand sinnvoll sein, aber dabei ist es sehr wesentlich zu beachten, wie belastet der jeweilige Mensch durch sein tagt\u00e4gliches Leben ist und ob das nicht zu einer weiteren \u00dcberforderung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Als Vorbereitung f\u00fcr eine R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit ist es also generell ratsam, m\u00f6glichst solche T\u00e4tigkeiten zu benutzen, die f\u00fcr den umgeschulten Linksh\u00e4nder neu sind und die auch indirekt eine Vorbereitung auf die T\u00e4tigkeit darstellen, die man r\u00fcckzuschulen beabsichtigt.<\/p>\n<p><strong>Praktische Hinweise zum Vorgehen bei einer R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat es sich immer mehr best\u00e4tigt, dass fast jeder, der die Umschulungsproblematik der H\u00e4ndigkeit bzw. deren Folgen bei sich feststellte, sofort auch das Bed\u00fcrfnis hatte, das erlittene Leid, die erlittene Besch\u00e4digung wieder gut zu machen, indem er sich auf seine urspr\u00fcnglich dominante linke Hand zur\u00fcckschult.<\/p>\n<p>Hinzu kommt dann meist eine hohe Erwartungshaltung durch diese Ma\u00dfnahme eigene Leistungsschwierigkeiten auszugleichen oder die intellektuellen F\u00e4higkeiten sogar noch zu verbessern.<\/p>\n<p>Die R\u00fccksichtnahme auf die eigene Lebenssituation wurde in den Buch &#8222;Der umgeschulte Linksh\u00e4nder&#8220; ausf\u00fchrlich betont (5) .<\/p>\n<p>Hat sich jemand nun aber entschlossen, das vermeintliche bzw. tats\u00e4chliche Unrecht der Umschulung der H\u00e4ndigkeit wieder r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, sind einige Problembereiche zu beachten. Die folgenden Tips sollen als Hilfestellung betrachtet werden (6):<\/p>\n<ol>\n<li>Interessanterweise zeigt sich in der Praxis immer mehr die Richtigkeit der Beobachtung, dass ein gro\u00dfer Anteil der Menschen, bei denen eine Umschulung der H\u00e4ndigkeit im Kindesalter relativ leicht vor sich ging (was durch gleichzeitige Teilleistungsst\u00f6rungen (MCD) insbesondere in der Feinmotorik begr\u00fcndet werden kann), sich auch leichter im Erwachsenenalter wieder r\u00fcckschulen l\u00e4sst.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Anders ist das mit Menschen, bei denen im Kindesalter parallel zur Umschulung der H\u00e4ndigkeit st\u00e4rkere Probleme im schulischen, intellektuellen Bereich auftraten. Sie haben als Erwachsene meist bei der R\u00fcckschulung auch wieder verst\u00e4rkt Probleme.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Veranlagung (Dispositionen) zu Krankheiten, also Schwachstellen der Gesundheit, k\u00f6nnen bei der R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit besonders zur Geltung kommen. Durch die zus\u00e4tzliche Belastung der R\u00fcckschulung k\u00f6nnen dispositionell veranlagte Krankheiten pl\u00f6tzlich ausbrechen.<\/li>\n<li>Schon aus den genannten Gr\u00fcnden w\u00e4re eine therapeutische Begleitung der R\u00fcckschulung sehr vorteilhaft. Findet sich aber kein geeigneter Psychotherapeut, so kann die Funktion des &#8222;\u00dcberwachers&#8220; (also eines Fremdbeobachters, der objektiv die Ver\u00e4nderungen wahrnimmt &#8211; hier kann die subjektive Wahrnehmung des sich R\u00fcckschulenden irref\u00fchrend sein) dar\u00fcber, dass die Umschulung nicht zu massiv, zu &#8222;konsequent&#8220; durchgef\u00fchrt und eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Belastung hervorgerufen wird, auch der Partner, ein guter Freund oder Vertrauter \u00fcbernehmen. Derjenige sollte sozusagen das Recht haben, ein Veto einzulegen, wenn er bemerkt, dass sich der R\u00fcckschulende zu viel vornimmt und kein Ma\u00df mehr f\u00fcr seine Leistungsf\u00e4higkeit aufbringt und den \u00dcberblick verliert.<\/li>\n<li>Besonders wichtig ist, dass der sich R\u00fcckschulende regelm\u00e4\u00dfig Erholungsphasen in seinen Lebensablauf einbaut und diese auch einh\u00e4lt. Viele Menschen betreiben Sport (zum Spa\u00df und zur Bewegung) oder gehen regelm\u00e4\u00dfig in die Sauna. Solche, m\u00f6glichst w\u00f6chentlich eingeschobenen und eingehaltenen Ruhepausen f\u00fcr das Gehirn sind dringend zu empfehlen. Ein ausgiebiger Erholungsurlaub ist nat\u00fcrlich auch sinnvoll, aber insgesamt ist jede regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrende Ausspannungszeit, in der sich der Mensch intellektuell ausruhen darf und sogar muss, \u00e4u\u00dferst wichtig.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Oft beobachten wir bei R\u00fcckschulungen der H\u00e4ndigkeit einen Zusammenbruch gerade dann, wenn aus irgendwelchen Gr\u00fcnden diese, wenn auch nur f\u00fcr ein paar Stunden w\u00f6chentlich angesetzte Ruhepause nicht mehr eingehalten wird. Es ist keine verschwendete Zeit!<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Regelm\u00e4\u00dfige Nachspur\u00fcbungen in einer lockeren Schreibhaltung sind auch dann noch zu empfehlen, wenn der sich R\u00fcckschulende schon mit der linken Hand schreibt (beides findet man im Buch &#8222;\u00dcbungen f\u00fcr Linksh\u00e4nder. Schreiben und Hantieren mit links&#8220;). So wird die Fingerfertigkeit der Hand weiter ge\u00fcbt, ohne zwangsweise das Gehirn mit den gelernten und auf der rechten Hand automatisierten Buchstaben und Worten zu belasten. Die Nachspur\u00fcbungen sind quasi neutral, bauen aber neue Geschicklichkeiten und Automatismen auf, ohne dabei gleichzeitig die fr\u00fcher gelernten Automatismen des Schreibens mit der rechten Hand zu st\u00f6ren.<\/li>\n<li>Wenn der sich R\u00fcckschulende einmal soweit ist, dass es ihm gelingt, f\u00fcr den Alltagsgebrauch schnell genug mit der linken Hand zu schreiben, sollte er m\u00f6glichst nicht mehr auf die rechte Hand zur\u00fcckwechseln.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die h\u00e4ufig zun\u00e4chst auftretende kindliche Handschrift, die viele als sehr st\u00f6rend empfinden, sollte kein Hinderungsgrund sein. Sie ist doch auch Ausdruck daf\u00fcr, dass man sich f\u00fcr die linke Hand entschieden hat. Psychisch kann es sehr wichtig sein, zu dieser Entscheidung auch nach au\u00dfen hin mit einer noch etwas ungelenkten Schrift zu stehen, um alte, oft verdr\u00e4ngte Vorurteile in sich selbst hervorzuholen und zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>Bevor man mit der linken Hand zu schreiben beginnt, kann es parallel mit den Nachspur\u00fcbungen sehr sinnvoll sein andere T\u00e4tigkeiten wie z.B. im Haushalt, auf die linke Hand zur\u00fcckzuschulen. Aber Vorsicht, auch hier k\u00f6nnen anders einge\u00fcbte, automatisierte Handlungsabl\u00e4ufe sehr beeintr\u00e4chtigend wirken. Jeder sollte f\u00fcr sich selbst entscheiden, ob er z.B. beginnt das Geschirr mit der linken Hand abzuwaschen oder mit links zu n\u00e4hen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sehr wichtig ist die Erfahrung, dass es am g\u00fcnstigsten ist, neue, noch nicht automatisierte T\u00e4tigkeiten mit links durchzuf\u00fchren und zu \u00fcben, T\u00e4tigkeiten also, die man gleich mit der linken Hand auszuf\u00fchren beginnt. Wenn man sich z.B. entschlie\u00dft ein neues Instrument zu erlernen, mit einem neuen Werkzeug zu arbeiten, einer neuen Sportart nachzugehen, k\u00f6nnen diese T\u00e4tigkeiten, mit der linken Hand als F\u00fchrungshand durchgef\u00fchrt, weit hilfreicher und effektiver sein, als wenn schon fest einge\u00fcbte Handlungsabl\u00e4ufe durchbrochen werden.<\/p>\n<p>Gerade auch Erwachsenen ist zu empfehlen mit Ton, Matrix oder Wachs zu kneten, um die Finger- und Handfertigkeiten zu \u00fcben und zu st\u00e4rken. Sogar ein richtig durchgekneteter Hefeteig macht Spa\u00df und ist n\u00fctzlich. Auch das Malen mit Fingerfarben kann viel Freude bereiten und hilfreich sein.<\/p>\n<p>Wirksam helfen kann das allgemein gro\u00dffl\u00e4chige und dann immer kleiner werdende Malen von Formen. Zun\u00e4chst kann man das auch mit Wachsmalkreiden oder Tafelkreiden durchf\u00fchren und sp\u00e4ter immer kleinere Formen malen. Farbige Schraffierungen geben Freude, machen Spa\u00df und \u00fcben die Hand. Wichtig ist dabei von gro\u00dfen Bewegungen, die aus dem Arm heraus kommen, zu immer kleiner werdenden Bewegungen \u00fcberzugehen, bis sich am Ende nur noch die Finger bewegen.<\/p>\n<p>Spa\u00df machen auch die Fingerbewegungen von Hauke Stehn nach Musik (die CD und das Buch &#8222;Hilfe f\u00fcr das schreibauff\u00e4llige Kind&#8220; sind zu beziehen bei LAF\u00dcLIKI, Tel. 05725 \/ 59 50). Diese sind zwar eher f\u00fcr Kinder gedacht, machen aber Erwachsenen Freude und \u00fcben die Finger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><\/p>\n<p>1) Erstver\u00f6ffentlichung erfolgte in der Zeitschrift &#8222;Left Hand Corner&#8220; (Ausgabe Nr. 06 01-1999, S. 10-20, Nr. 07 04-1999, S. 24-29 und Nr. 09 10-1999, S. 12-16). Es handelt sich um Ausz\u00fcge aus dem Buch &#8222;R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Chancen und Gefahren f\u00fcr Linksh\u00e4nder und Rechtsh\u00e4nder&#8220; von Dr. Johanna Barbara Sattler, dessen Herausgabe f\u00fcr das Jahr 2001 vorgesehen ist.<\/p>\n<p>2) L\u00f6sel, Friedrich, T. Bliesener, &#8222;Resilience in adolescense: A study on the generalizability of protective factors&#8220;. In: K. Hurrelmann, F. L\u00f6sel (Eds.), Health hazards in adolescense (pp. 299-320). De Gruyter, Berlin, 1990. Nuber, Ursula, Der Mythos vom fr\u00fchen Trauma. \u00dcber Macht und Einfluss der Kindheit. S. Fischer Verlag,Frankfurt\/Main, 1995. Besonders Kapitel III: Das neue Bild der Kindheit. Fr\u00fche Erfahrungen m\u00fcssen nicht Schicksal sein, S. 74ff.<\/p>\n<p>3) Genaueres zu Umschulungsfolgen siehe: Sattler, Johanna Barbara, <a href=\"http:\/\/www.lefthander-consulting.org\/deutsch\/KnotenBuch.htm\">Der umgeschulte Linksh\u00e4nder oder Der Knoten im Gehirn<\/a>. <a href=\"http:\/\/www.lefthander-consulting.org\/deutsch\/AuerVerlag.htm\">Auer Verlag<\/a>, Donauw\u00f6rth 1995, 2015 (13). Kapitel 2.<\/p>\n<p>4) Siehe auch: Sattler, Johanna Barbara, <a href=\"http:\/\/www.lefthander-consulting.org\/deutsch\/UebungenBuch.htm\">\u00dcbungen f\u00fcr Linksh\u00e4nder. Schreiben und Hantieren mit links<\/a>. <a href=\"http:\/\/www.lefthander-consulting.org\/deutsch\/AuerVerlag.htm\">Auer Verlag<\/a>, Donauw\u00f6rth, 1996, 2015 (12), S. 71ff.<\/p>\n<p>5) Siehe Kapitel 7, S. 143-241.<\/p>\n<p>6) Siehe auch Hinweise im Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.lefthander-consulting.org\/deutsch\/KnotenBuch.htm\">Der umgeschulte Linksh\u00e4nder<\/a>&#8220; in Kapitel 7.7: Praktische Tips f\u00fcr eine R\u00fcckschulung auf die dominante Hand, S. 240 f.<br \/>\n\u00a9 Copyright: Dr. Johanna Barbara Sattler, Leiterin der Ersten deutschen Beratungs- und Informationsstelle f\u00fcr Linksh\u00e4nder und umgeschulte Linksh\u00e4nder, Sendlinger Str. 17, 80331 M\u00fcnchen, Tel. \/ Fax: +49 \/ 89 \/ 26 86 14,\u00a0<a href=\"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/\">https:\/\/www.linkshaender-beratung.de<\/a>, e-mail: info@lefthander-consulting.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chancen und Gefahren einer R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Erwachsenen Johanna Barbara Sattler Vorbemerkungen Unter R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit wird hier vornehmlich eine R\u00fcckf\u00fchrung zum Schreiben auf die urspr\u00fcnglich dominante Hand verstanden. Wie im folgenden deutlich wird, entstehen auch Umschulungsfolgen bei anderen T\u00e4tigkeiten, wenn diese sehr intensiv und unter starker intellektueller Belastung durchgef\u00fchrt werden. Gegebenenfalls ist auch in diesen F\u00e4llen eine vorsichtige R\u00fcckschulung notwendig und angebracht. Da in unserer Gesellschaft eigentlich nur Linksh\u00e4nder zu verschiedenen T\u00e4tigkeiten auf ihre rechte, nicht dominante Hand umgeschult wurden, befasst sich diese Arbeit haupts\u00e4chlich mit Linksh\u00e4ndern. In sehr seltenen F\u00e4llen kann es auch zur Umschulung von Rechtsh\u00e4ndern auf die linke Hand kommen. Meistens geschieht dies jedoch aus \u00e4u\u00dferen Unumg\u00e4nglichkeiten wie nach einem Unfall mit Verletzung oder L\u00e4hmung der rechten Hand und\/oder Arm oder wegen einem Schlaganfall. Diese Ausf\u00fchrungen beziehen sich vornehmlich auf Erwachsene und Jugendliche. Eine R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Kindern ist ein sehr komplexes, separat zu behandelndes Thema, denn Kinder &#8230; <a title=\"R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Erwachsenen\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/information\/literatur\/chancen-und-gefahren-einer-rueckschulung-de-haendigkeit-bei-erwachsenen\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber R\u00fcckschulung der H\u00e4ndigkeit bei Erwachsenen\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":41,"menu_order":14,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_cbd_carousel_blocks":"[]","footnotes":""},"class_list":["post-2519","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2519"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5285,"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2519\/revisions\/5285"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/41"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}