{"id":2463,"date":"2019-01-22T10:34:04","date_gmt":"2019-01-22T09:34:04","guid":{"rendered":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/netzwerk\/infomaterial\/umschulung-der-haendigkeit\/"},"modified":"2019-05-07T16:36:57","modified_gmt":"2019-05-07T14:36:57","slug":"umschulung-der-haendigkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lefthander-consulting.org\/deutsch\/netzwerk\/infomaterial\/umschulung-der-haendigkeit\/","title":{"rendered":"Folgen der Umschulung der H\u00e4ndigkeit"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 20pt\"><b>Ein massiver Eingriff ins menschliche Gehirn<\/b><\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 16pt\">Johanna Barbara Sattler<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Die H\u00e4ndigkeit des Kindes wird auch heute noch von vielen Menschen als eine Frage der Geschicklichkeit angesehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Die H\u00e4ndigkeit ist jedoch ein Ausdruck der Hirnhemisph\u00e4ren-Lateralisation (Struktur und Dominanz bzw. der Funktionteilung der Hirnh\u00e4lften). Wird diese Struktur durch Umschulung der H\u00e4ndigkeit gest\u00f6rt, kann es zu massivsten St\u00f6rungen im Bereich der Ged\u00e4chtnisprozesse (Lernen, Behalten und Wiederrufen des Gelernten) und der Konzentrationsf\u00e4higkeit kommen. Dabei ist es \u00fcbrigens gleichg\u00fcltig, ob die Umschulung von der linken auf die rechte oder von der rechten auf die linke Hand &#8211; im Falle eines Unfalls &#8211; vorgenommen wurde.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Bei Kindern und, mit Einschr\u00e4nkungen auch bei Erwachsenen, \u00e4u\u00dfert sich so eine Umschulung in legasthenischen Eigenschaften, in gemindertem Durchhalteverm\u00f6gen, geringer geistiger Belastbarkeit, motorischen St\u00f6rungen und in Sekund\u00e4rfolgen wie \u00dcberkompensation, unregelm\u00e4\u00dfigen Schulleistungen, geminderter Reproduzierungsf\u00e4higkeit des gelernten Stoffes. Weitere h\u00e4ufige Folgen sind Verhaltensreaktionen wie &#8222;Kaspertheaterspielen&#8220; oder R\u00fcckzugstendenzen, verbunden mit starken Minderwertigkeits- und Versagergef\u00fchlen; auch Stottern und Bettn\u00e4ssen k\u00f6nnen oft damit in Verbindung gebracht werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Diesen Schwierigkeiten stehen Eltern und oft auch Lehrer relativ hilflos gegen\u00fcber. Gerade f\u00fcr Eltern kann es \u00e4u\u00dferst schmerzhaft sein, wenn das Kind, das sie bis zum Schuleintritt &#8222;gut \u00fcber alle Gefahren gebracht haben&#8220; (Schwangerschaft, Geburt, erste Entwicklungsjahre) und das sich zun\u00e4chst geistig wach und hoffnungsvoll entwickelte, dann in der Schule durch seine Leistungen entt\u00e4uscht und somit versagt. Ein solcher Bruch trifft die Eltern meist v\u00f6llig unerwartet. Mit dieser Entt\u00e4uschung finden sie sich zun\u00e4chst nicht so schnell ab, es dauert geraume Zeit, bis dann das Kind endg\u00fcltig als das &#8222;d\u00fcmmere&#8220;, &#8222;unbegabtere&#8220; in der Familie neu eingeordnet wird und alle Hoffnungen gegebenenfalls auf eines der Geschwister verlagert werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">F\u00fcr das Kind selbst f\u00fchrt diese Ver\u00e4nderung des Sicherheitsgef\u00fchls in Bezug auf sein eigenes K\u00f6nnen und seine F\u00e4higkeit &#8211; verbunden mit der Wahrnehmung der stolzen Zuwendung der Eltern &#8211; zu der Erfahrung des unbegreiflichen Versagens und Nichtfunktionierens. Das ist ein \u00e4u\u00dferst massiver Eingriff in die ganze weitere psychische und kognitive Entwicklung. Das Kind empfindet das als einen unerwarteten Bruch, &#8222;der alles ins Wanken bringt&#8220; und es nimmt oft sehr deutlich die manchmal kaum kaschierte Entt\u00e4uschung der Eltern (und schlie\u00dflich ihr Abfinden mit der neuen Situation) wahr. Es entwickelt sich ein neues Selbstbild des Versagers, des Unbegabten, Dummen. Dies dr\u00fcckt sich nicht nur in dem ganzen Erscheinungsbild des Kindes aus, sondern bedeutet oft sogar gesundheitliche Beeintr\u00e4chtigungen mit tief einschneidenden, pers\u00f6nlichkeitsdeformierenden Prozessen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Es wird oft gefragt, wie es heute noch zu diesem &#8222;massivsten unblutigen Eingriff&#8220; in das menschliche Gehirn kommen kann, &#8222;denn es wird doch nicht mehr umgeschult&#8220;. Umgeschult wurde aber noch bis vor wenigen Jahren und oft sogar drastisch, z.B. durch Schl\u00e4ge auf die linke Hand oder auch durch Umwickeln der Hand mit einem Handtuch (in mehreren F\u00e4llen hat sich der Lehrer sogar auch noch auf die &#8222;falsche Hand&#8220; gesetzt) oder &#8222;humaner&#8220; durch einen nassen Waschlappen und Festbinden der linken Hand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Solche Methoden und Strafen sind heute nicht mehr \u00fcblich, eher noch der Versuch, dem linksh\u00e4ndigen Kind durch Versprechungen (Geld, S\u00fc\u00dfigkeiten) oder durch moralischen Druck (&#8222;Du hast es mir doch versprochen&#8230;&#8220;) von dem Gebrauch der nicht dominanten rechten Hand zu \u00fcberzeugen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Laut Lehrplan f\u00fcr die Grundschule (1. &#8211; 4. Jahrgangsstufe, Erstschreiben) kann n\u00e4mlich der Lehrer bei &#8222;leichter Linksh\u00e4ndigkeit eines Kindes behutsam zum Gebrauch der rechten Hand anregen&#8220;. Ausgepr\u00e4gte Linksh\u00e4nder d\u00fcrfen nicht gezwungen werden, die Schreibhand zu wechseln. Das hei\u00dft aber in der Praxis, dass Kinder, die angeblich keine ausgepr\u00e4gte Linksh\u00e4ndigkeit aufweisen, weiter umgeschult werden d\u00fcrfen!<\/span><\/p>\n<p>Viele Kinder werden schon vor ihrem Eintritt in die Schule beim Gebrauch ihrer H\u00e4ndigkeit beeinflusst und schulen sich, unter Druck von au\u00dfen oder sogar aus eigenem Bed\u00fcrfnis, selbst von der linken auf die rechte Hand um.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Die erste kritische Phase entsteht beim Lernen mit Messer und Gabel umzugehen und beim Handgeben. Gerade in dieser Zeit haben Verwandte und Bekannte gro\u00dfen Einfluss auf das Kind und manchmal gen\u00fcgt relativ wenig Einsatz, das Kind zu \u00fcberzeugen, &#8222;wie alle anderen auch&#8220;, rechts, mit dem &#8222;sch\u00f6nen H\u00e4ndchen&#8220;, alles zu tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Diese Umwelteinfl\u00fcsse k\u00f6nnen Eltern bis zu einem gewissen Grad kontrollieren. Die Kindergartenzeit ist aber die n\u00e4chste, \u00e4u\u00dferst kritische Phase, wo das Kind durch Einfluss der Gruppe (Vorbild, Modell, Nachahmung), Erzieherin oder Eltern anderer Kinder selbst zu dem Entschluss, sich von der linken auf die rechte Hand umzuschulen, kommen kann. Gerade die Kinder, die angeblich keine &#8222;stark ausgepr\u00e4gte H\u00e4ndigkeit&#8220; zeigen, sind \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrdet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Durch das Schreiben- und Lesenlernen in der Schule werden die St\u00f6rungen im Gehirn quasi verfestigt und vertieft und durch Leistungsvergleiche mit Mitsch\u00fclern die Schwierigkeiten erst richtig manifestiert. Durch R\u00fcckkoppelung des Versagens an \u00c4ngste vor neuem Versagen verschlimmert sich alles noch weiter. Dabei sind besonders Blockierungen, &#8222;Fadenverlieren und Nichterinnernk\u00f6nnen&#8220;, typisch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Oft kann das Kind zu Hause alles ganz genau; in der Schule aber, wenn es sich gemeldet hat und aufgerufen wurde, kann es das Gelernte und Gewusste pl\u00f6tzlich nicht mehr vorbringen. Eine weitere Schwachstelle sind die so genannten Fl\u00fcchtigkeitsfehler, die f\u00fcr den umgeschulten Linksh\u00e4nder typisch sind. Das Kind schreibt z.B. das gleiche Wort auf einer Seite einmal richtig und zweimal falsch. Lehrer und Eltern sind erz\u00fcrnt und verzweifelt und das Kind tief deprimiert; f\u00fcr dieses ist das eine Qual und Plackerei, die oft jeden Spa\u00df und jede Freude an Schule und Lernen f\u00fcr viele Jahre verdirbt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Tadel hilft wenig<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Dieses Fehlverhalten wirkt manchmal so, als sei bei den Umgeschulten die Verbindung von Gehirn und Ausf\u00fchrungsorgan (Hand und Mund) gest\u00f6rt, als wirke dort ein &#8222;Wackelkontakt&#8220;, der manchmal den richtigen Befehl und manchmal den falschen Befehl weitergibt. So kommt es zu Fl\u00fcchtigkeitsfehlern, Verdrehungen von Buchstaben und ganzen W\u00f6rtern, Versprechern und manchmal auch zu motorischen Schwierigkeiten. Es hilft dann wenig, das Kind zu tadeln oder durch noch gr\u00f6\u00dfere Belastungen weiter zu erm\u00fcden, denn der Umgeschulte setzt sowieso andauernd ein Vielfaches an Kr\u00e4ften und Anstrengungen ein. Wenn er etwas Erfolg haben will, muss er sich oft komplizierte &#8222;Eselsbr\u00fccken&#8220; bauen, sich \u00fcberanstrengen, um mit seinen Mitsch\u00fclern vergleichbare Leistungen zu liefern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">F\u00fcr das umgeschulte Kind und oft auch f\u00fcr seine Eltern ist besonders irritierend, dass Denkprozesse und Intelligenz an sich nicht gest\u00f6rt sind, dass aber das Erinnerungsverm\u00f6gen bzw. die entsprechende Wiedergabe von Gedanken nicht fuktionieren. So geben gerade Umgeschulte ein sehr zwiesp\u00e4ltiges Erscheinungsbild ab; auf der einen Seite zeigen sie schlechte m\u00fcndliche und schriftliche Leistungen und \u00e4u\u00dfern sich eher wenig und unpr\u00e4zise; auf der anderen Seite \u00fcberraschen sie wieder durch ihre pl\u00f6tzlichen und unerwartet guten Leistungen z.B. bei Klassenarbeiten oder im M\u00fcndlichen. So stellen sie den Lehrer vor R\u00e4tsel bei der gerechten Beurteilung der Leistung und dieser f\u00fchrt dann oft die dazu im Kontrast stehenden Minderleistungen auf &#8222;Faulheit&#8220; zur\u00fcck &#8211; eine moralische Besetzung, die dann zu weiteren negativen Pers\u00f6nlichkeitsentwicklungen f\u00fchrt (R\u00fcckzugs- und Ausstiegstendenzen, Verweigerung, &#8222;Faulenzen&#8220; bzw. L\u00fcgen usw.).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">F\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung des umgeschulten Kindes ist das Vertrauen von den Eltern und den Lehrern in seine F\u00e4higkeiten genauso wichtig wie Essen und Trinken f\u00fcr den K\u00f6rper. Umgeschulte Linksh\u00e4nder sind, wie kaum eine andere Gruppe, abh\u00e4ngig von positiver Verst\u00e4rkung, von gen\u00fcgend Erholung und einem ausgeglichenen Lebensrhythmus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Eltern f\u00fchlen sich oft hilflos, wenn sie entdecken, dass ihr Kind linksh\u00e4ndig ist; sie wissen nicht, wo sie Informationen oder Unterst\u00fctzung bekommen k\u00f6nnen und sind oft ratlos gegen\u00fcber den verschiedensten Meinungen, die \u00fcber Linksh\u00e4ndigkeit und die Behandlung des Kindes verbreitet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Schon die F\u00e4higkeit, Spiegelschrift schreiben zu k\u00f6nnen, Buchstaben bedenkenlos umzukehren und in der &#8222;falschen&#8220; Ecke des Blattes zu beginnen, irritiert sie \u00e4u\u00dferst &#8211; dabei ist es eine besondere Eigenschaft der Linksh\u00e4nder, mit Leichtigkeit Buchstaben umdrehen zu k\u00f6nnen, eine F\u00e4higkeit, die mit einer anderen Wahrnehmung zu tun hat. Auch \u00fcber die angeblich un\u00fcberwindbaren Schwierigkeiten beim Schreiben und Basteln (wegen Haltung und Schreib- und Handwerksger\u00e4t) fehlt es an Informationen; es gibt Speziall\u00e4den, die F\u00fcller und Scheren f\u00fcr Linksh\u00e4nder f\u00fchren. Die lockere Schreibhaltung kann das Kind lernen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Oft wird auch die Frage nach M\u00f6glichkeiten und Chancen einer R\u00fcckschulung bei bereits mit der rechten Hand schreibenden linksh\u00e4ndigen Kindern gestellt, wenn massive Schwierigkeiten in den ersten Schuljahren aufgetreten sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">In M\u00fcnchen f\u00fchren die ONRS (Organisation f\u00fcr neutrale Wissenschaften) und die Interessenvereinigung f\u00fcr Linksh\u00e4nder kostenlose Beratungen und Informationsgespr\u00e4che f\u00fcr Linksh\u00e4nder und umgeschulte Linksh\u00e4nder bzw. f\u00fcr Eltern linksh\u00e4ndiger Kinder durch. Inzwischen ist es auch zu einer Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesverband zur F\u00f6rderung Lernbehinderter gekommen. Vertreter der Interessenvereinigung und der ONRS <\/span><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">haben z.B. an deren Vorstandssitzung teilgenommen. Geplant ist eine weitere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Aufkl\u00e4rung und Beratung \u00fcber H\u00e4ndigkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong><span style=\"font-size: Arial,Helvetica 14pt\">Beratung ist wichtig<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Aufkl\u00e4rung und Beratung sind sehr wichtig, denn je \u00e4lter das Kind ist, desto schwieriger wird eine R\u00fcckschulung. In den h\u00f6heren Klassen werden immer gr\u00f6\u00dfere Leistungsanforderungen gestellt (eine schnelle, fl\u00fcssige und leserliche Handschrift) und die unge\u00fcbte linke Hand schreibt meist in einer Schrift, die an Schnelligkeit und Ausdruck etwa der eines Zweitkl\u00e4sslers entspricht. Auf der anderen Seite haben sich \u00c4ngste und Fehlverhalten oft schon so tief eingepr\u00e4gt, dass ein R\u00fcckschulungsprozess sehr schwierig ist. Therapeutische Interventionen sind aber auch in diesem Alter wichtig, um die eventuell massiven Folgen der Umschulung psychisch zu verarbeiten und um eine neurotische Umsetzung mit oft gravierenden Pers\u00f6nlichkeitssch\u00e4den zu verhindern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">In den ersten Schuljahren dagegen, so best\u00e4tigen auch Fachp\u00e4dagogen, besteht noch eine M\u00f6glichkeit, mit Einf\u00fchlung und psychotherapeutischer Erfahrung diese R\u00fcckschulung vorzunehmen. So ein Eingriff sollte aber m\u00f6glichst unter therapeutischer Begleitung durchgef\u00fchrt werden und von allen Seiten erw\u00fcnscht und akzeptiert sein. Mit dem Kind sollten Lockerungs\u00fcbungen gemacht und therapeutische Gespr\u00e4che gef\u00fchrt werden, die ihm helfen, eine entspannte Haltung beim Schreiben zu finden und eine positive Einstellung zu seiner urspr\u00fcnglichen H\u00e4ndigkeit und der R\u00fcckschulung zu gewinnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Die Zahl der Therapeuten, die diese R\u00fcckschulung fachlich vornehmen k\u00f6nnen ist allerdings nicht sehr gro\u00df (Informationen gibt die ONRS, Sendlinger Str. 18, [inzwischen umnummeriert: Nr. 17] 80331 M\u00fcnchen, Tel. 089 \/ 26 86 14).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Ein sinnvoller Beitrag zur Chancengleichheit w\u00e4re in diesem Zusammenhang, einen Bonus bei der Beurteilung der schulischen Leistungen von umgeschulten Linksh\u00e4ndern einzuf\u00fchren, sodass zumindest der gesellschaftlich aussondernde Prozess, der den Umgeschulten von Anfang an massiv trifft (durch die hohen Anforderungen gerade auf den Gebieten, auf denen das Kind durch die Umschulung besonders behindert ist) etwas abgeschw\u00e4cht wird. Nur so kann die Ungerechtigkeit und die immense M\u00fche, mit der der Umgeschulte dann oft auf dem Zweiten Bildungsweg an Zeugnissen und &#8222;Passierscheinen&#8220; nachholt, was seiner eigentlichen Intelligenz entspricht, gemildert werden. Auf diese Weise k\u00f6nnen auch Pers\u00f6nlichkeitsdeformationen verhindert werden, die sich aufgrund der von au\u00dfen zugef\u00fcgten, aber nicht genau bestimmbaren Ungerechtigkeit aufbauen. Durch die offizielle Anerkennung der umgeschulten H\u00e4ndigkeit als Behinderung k\u00f6nnten diese Menschen zur offenen Auseinandersetzung mit ihren St\u00f6rungsinhalten, aber auch zum Akzeptieren ihrer Schwierigkeiten (wenn sie die wahre Ursache kennen) kommen und somit lernen, sich auf ihre Behinderung einzustellen um mit ihr zu leben &#8211; also ohne Minderwertigkeitskomplexe und ohne eine entsprechende neurotische Entwicklung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">In: Lernen-F\u00f6rdern. Zeitschrift f\u00fcr Eltern, Lehrer und Erzieher, Heft 5, Oktober 1986<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">\u00a9 Copyright: Dr. Johanna Barbara Sattler<br \/>\n<span style=\"font-size: Arial,Helvetica\">Erste deutsche Beratungs- und Informationsstelle f\u00fcr Linksh\u00e4nder und umgeschulte Linksh\u00e4nder, Sendlinger Str. 17, 80331 M\u00fcnchen, Tel. \/ Fax: +49 \/ 89 \/ 26 86 14<br \/>\n<a href=\"https:\/\/lefthander-consulting.org\">https:\/\/lefthander-consulting.org,<\/a> e-mail: <a href=\"mailto:info@linkshaender-beratung.de\">info@lefthander-consulting.org<\/a><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein massiver Eingriff ins menschliche Gehirn Johanna Barbara Sattler Die H\u00e4ndigkeit des Kindes wird auch heute noch von vielen Menschen als eine Frage der Geschicklichkeit angesehen. Die H\u00e4ndigkeit ist jedoch ein Ausdruck der Hirnhemisph\u00e4ren-Lateralisation (Struktur und Dominanz bzw. der Funktionteilung der Hirnh\u00e4lften). Wird diese Struktur durch Umschulung der H\u00e4ndigkeit gest\u00f6rt, kann es zu massivsten St\u00f6rungen im Bereich der Ged\u00e4chtnisprozesse (Lernen, Behalten und Wiederrufen des Gelernten) und der Konzentrationsf\u00e4higkeit kommen. Dabei ist es \u00fcbrigens gleichg\u00fcltig, ob die Umschulung von der linken auf die rechte oder von der rechten auf die linke Hand &#8211; im Falle eines Unfalls &#8211; vorgenommen wurde. Bei Kindern und, mit Einschr\u00e4nkungen auch bei Erwachsenen, \u00e4u\u00dfert sich so eine Umschulung in legasthenischen Eigenschaften, in gemindertem Durchhalteverm\u00f6gen, geringer geistiger Belastbarkeit, motorischen St\u00f6rungen und in Sekund\u00e4rfolgen wie \u00dcberkompensation, unregelm\u00e4\u00dfigen Schulleistungen, geminderter Reproduzierungsf\u00e4higkeit des gelernten Stoffes. 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