Diagnostische Fragen zur Bestimmung der Händigkeit beim Kinderarzt
 
Alter des
Kindes
Händigkeitsmanifestation 
des Kindes
Tätigkeiten Einwirkung von außen, Aktionen und Eigenheiten des Kindes
Bis 10
Monate
In Einzelfällen eindeutige Bevorzugung der linken oder rechten Hand greifen Manchmal können z.B. hemiparethische Störungen die Handmanifestation beeinflussen
10 - 20
Monate

 
 

1. Bei einem großen Anteil der Kinder eindeutige Bevorzugung der linken oder rechten Hand 
 
 
 
 
 

2. Wechselnder, noch nicht 
festgelegter Handgebrauch 
bei den anderen Kindern 

greifen 
essen 
spielen
erste Versuche einen Stift zu halten
Zunehmende Reaktionen der Umwelt auf die Linkshändigkeit. Manchmal werden linkshändig veranlagte Kinder nach rechts umgeschult. 
Das Kind selbst reagiert durch Nachahmungs- und Modellverhalten auf die Umwelt. 
Probleme, Mittellinie nicht überkreuzen zu können und evtl. Asymmetrie durch noch vorhandene frühkindliche Reaktionen wie ATNR u.ä.
4 - 5,5 Jahre
 
 
 
 
 
 

 


 

1. Der bevorzugte Handgebrauch hat sich bei vielen Kindern auf links oder rechts stabilisiert

2. Manche Kinder wechseln nach wie vor den bevorzugten Handgebrauch 
 
 

 

wie oben sowie komplizierteres Hantieren, Benutzen von Werkzeugen, Stiften, anspruchsvollere
feinmotorische Tätigkeiten
- Automatisierung von Tätigkeiten manchmal auch auf der nicht dominanten Hand durch Erziehung, Modell- und Nachahmungsverhalten, fehlende Gebrauchsgegenstände wie z.B. Schere. 
- Kinder, die sich bewusst auf eine Hand festlegen, weil sie so sein wollen "wie die anderen".
- Teilleistungsstörungen, die eine Entwicklung der Händigkeit beeinflussen können 

 

Fortsetzung: Diagnostische Fragen zur Bestimmung der Händigkeit beim Kinderarzt
 
Alter des
Kindes
diagnostische Möglichkeiten medizinisches Vorsorgeheft Beratung und Verordnung des Arztes
Bis 10 Monate Beobachtung der Eltern und des Kinderarztes    
10 - 20 Monate

 

Beobachtung der Eltern und des Kinderarztes: 
Spielzeug, Löffel, Stift, Wachsmalkreide (Gegenstände mittig anbieten)
U 6 
Eintrag: 
- vornehmlich linkshändiges Hantieren 
- vornehmlich rechtshändiges Hantieren
- wechselnder,
noch uneindeutiger Handgebrauch
1. Bei vornehmlich linkshändigem Hantieren: 
- Warnung vor Umschulung der Händigkeit (möglichst wenig das Thema vor dem Kind problematisieren)
- Hinweis, dass Linkshändigkeit normal ist und man Händigkeit so natürlich wie das Geschlecht behandeln soll
- Hinweis, dass es Scheren u.a. Gebrauchsgegenstände für Linkshänder gibt

2. Bei wechselndem Handgebrauch: Kind im Handgebrauch nicht beeinflussen

4 - 5,5 Jahre

 

Beobachtung der Familie, Erzieher und des Kinderarztes:

1. Bei Eindeutigkeit ist normalerweise keine Testuntersuchung notwendig

2. Feststellung der uneindeutigen Händigkeitsmanifestation. Händigkeitsuntersuchungen bei Fachleuten, die speziell in der Händigkeitsdiagnostik ausgebildet sind und darin Erfahrungen haben 

Zur Beobachtung möglichst einhändig durchgeführte, möglichst unbeeinflusst von Erziehung, Tätigkeiten, keine asymmetrischen Gebrauchsgegenstände

U 8 
Eintrag: 
- vornehmlich linkshändiges Hantieren 
- vornehmlich rechtshändiges Hantieren 
- wechselnder, noch uneindeutiger Handgebrauch

 

1. Hinweis: rechtzeitig auf lockere Haltung bei schreibvorbereitenden Übungen achten

2. Untersuchung beim Fachmann mit speziellen Erfahrungen in Händigkeits- und Entwicklungsdiagnostik

Tabelle: Diagnostische Fragen zur Bestimmung der Händigkeit beim Kinderarzt (analog J.B.Sattler: 2001, Schlusswort. In: Kinder- und  Jugendarzt. S.431.)

© Copyright: Dr. Johanna Barbara Sattler
Erste deutsche Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder, Sendlinger Str. 17, 80331 München, Tel. / Fax:
+49 / 89 / 26 86 14, http://www.lefthander-consulting.org, e-mail: info@lefthander-consulting.org